Letzte Woche habe ich zweimal St. Martin gefeiert. Einmal in Bad Schandau und einmal in meiner Schule. Dabei habe ich mir einige Gedanken um eine der Kernaussagen des Festes gemacht. St. Martin teilt den Mantel mit einem Bedürftigen am Wegesrand. Im Traum wird ihm dann mitgeteilt, dass dieser Dienst, wie ein Dienst am Höchsten war. Er teilt etwas, was er selber erhalten hat. Alles was wir besitzen, selbst unser Körper wird uns vom Höchsten gegeben. Ursächlich schöpfen wir nichts aus uns selbst heraus. Jeder hat das Recht als Sohn Gottes sich für sein tägliches Leben, das Notwendige zu nehmen. Wenn es unseren Mitmenschen-Geschwister nicht gut geht versuchen wir, das selbst Erhaltene zu teilen.
Tage zuvor hatte ich im Bhagavatam gelesen, wie Yudistira, einer der letzten großen Kaiser, vor mehr als 5000 Jahren, über die Pflichten eines Monarchen unterwiesen wurde. Dabei wir klar, dass alle Geschöpfe im Königreich seine Schutzbefohlenen sind, die er beschützen muss und denen er ein gutes Vorbild sein sollte. Auch er soll seinen Reichtum zum Wohl des Volkes teilen und ihn gut einsetzen. Also habe ich mich in der Kirche beim St. Martinfest wieder einmal gefragt, wieso solch ein erhabener Gedanke des Mitgefühls und des Teilens nicht auch auf unseren kleinen Brüder, die Tiere angewandt wird. Wieso sind wir heutzutage so kaltherzig und grausam? Wie lässt sich Gottesliebe mit dem unnötigen Blutvergießen vereinbaren, welches mit einer Überlebensnotwenigkeit nichts zu tun hat. Aus Sicht der altindischen-vedischen Kultur gelten wir u.a. aus diesem Grund nicht als zivilisiert, da wir keine Achtung vor dem Leben haben. Im Bhagavatam wird in der Erläuterung von Srila Prabhupada insbesondere betont, dass die Menschheit sich mit diesem Verhalten selbst schädigt und die Gesetze der Natur dazu führen, dass wir immer wieder von Kriegen und Krankheiten heimgesucht werden. Tolstoi sagt, dass solange wie es Schlachthäuser gibt, es auch Schlachfelder geben wird. Das verursachte Leid kommt immer wieder auf uns zurück. Es ist sehr erstaunlich wie sehr wir unsere Sinne, unser Fühlen und unsere Intelligenz betäuben können, um das Offensichtlich nicht zu sehen und uns so sehr selbst zu schädigen. Möge der Begriff Barmherzigkeit, Mitgefühl und Teilen wieder eine neue Bedeutung für uns erlangen, denn wir teilen mir unseren Brüdern, ob groß (Mensch) oder klein (Tieren) die selben Gefühle und Bedürfnisse. Dass religiöse Bücher Grausamkeiten gegen Tiere tolerieren war nur nötig, weil die Menschen so kaltherzig wurden und diese Gräueltaten wenigstens begrenzt werden sollten. Tiere zu töten um sie zu essen hat nichts mit Religion zu tun.
Om Shanti, Shanti, Shanti möge Friede in unseren Herzen werden!!!

weise Worte und Gedanken!
Von: jenny am November 16, 2011
um 1:52 pm
Schade ist nur, dass diese Aussagen, die ja im Grunde nicht von mir kommen, sondern nur wiedergegeben werden, nur von denen verstanden werden, für die sie ohnehin eine Bedeutung in ihrem Leben haben.
Von: gaurakrishna am November 16, 2011
um 1:57 pm