Verfasst von: gaurakrishna | November 28, 2011

Oh Krishna oh Lord of the Lords…Tafelzeichnen-Seminar

Letztes Wochenende war ich in Berlin zu einem Tafelzeichnen-Seminar, im Rahmen meiner Waldorflehrerausbildung. Trotz einer anstrengenden Arbeitswoche hat mir das Seminar sehr viel gegeben. Wir haben viele nützliche Ratschläge bekommen und konnten üben. Wer ein Tafelbild für den Unterricht benötigte, konnte dieses mit Hilfestellung im Seminar anfertigen. Ich hatte mir meine momentanes Lieblingsbild von Krishna mitgenommen und wollte dieses als Vorlage benutzen. Das konnte ich dann auch. Wir malten mit Kreide auf schwarzen Karton (100×70 cm). Ich sag es mal so, es war eine schwere Geburt. Anfängliche Euphorie ging in Verzweiflung über, als ich schon im fortgeschrittenen Stadium darauf hingewiesen wurde, dass die Mund-, Augen und Nasenstellung nicht stimmen. Auf zwei Tage verteilt, habe ich insgesamt mehr als zehn Stunden an dem Bild gearbeitet. In der ersten Nacht sah ich beim Augen zumachen nur noch blau. Über das Ergebnis freue ich mich total, mir gefällt es sehr. Ich habe mal gelesen, dass die Kunst das Göttliche abbilden und verherrlichen sollte. Klar ich habe im Grunde nur abgezeichnet, trotzdem hat mich diese Arbeit innerlich mit Freude erfüllt. Unser Geist, unsere Gedanken sind in gewisser Weise wie ein Spiegel von den Dingen, denen wir uns aussetzen. Äußerliche Hilfestellungen können unser inneres Wachstum begünstigen. Krishna, der Höchste, durchdringt alles. Ohne ihn wahrzunehmen sind wir von seiner Energie umgeben. Abbildungen von ihm sind nicht von ihm verschieden. Sie sind Fenster in die spirituelle Welt. Interessant ist auch, dass ich nach dem Wochenende meine Umwelt zumindest kurzweilig mit anderen Augen sehe und das Farbspiel der Natur deutlicher wahrnehme. Wieder einmal habe ich den Wert der vielen künstlerischen Aspekte der Waldorfpädagogik wertschätzen gelernt. Diese Atmosphäre ist so anregend.

Heute konnte ich es kaum erwarten “mein” Krishnabild einzurahmen. Um die Haltbarkeit zu verlängern benutzte ich Haarlack, was den Farben leider etwas geschadet hat. Eigentlich sollte das Bild unseren Gruppenarbeitsraum auf Arbeit schmücken. Mittlerweile ist eine heiße Diskussion bei uns zu Hause ausgebrochen, da meine Mädels das Bild nicht mehr hergeben wollen. An diesem Wochenende durfte ich wieder einmal erfahren, wie wichtig es ist, worauf ich meine Willenskraft lenke, worauf meine Bemühungen gerichtet sind. Es ist nicht so sehr unsere Tätigkeit entscheidend, sondern vielmehr unsere Motivation. Warum machen wir etwas? Krishna sagt in der Bhagavad-gita, dass wir alles für ihn tun sollten. Gar nicht so einfach aber auch gar nicht so schwer! Das interessante ist, dass wir unter diesem „Dienst“ selber erblühen und alle äußerlichen Masken nach und nach von uns fallen.

 

 


Antworten

  1. Dieses Bild ist wirklich sehr schön!!!!


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