Heute morgen bin ich nach einem anstrengenden Tag zuvor, leicht angeschlagen in den Tag gestartet. Gestern fuhr ich mit Sita und Radhe 10 Stunden nach Ungarn. Dort angekommen, feierten wir mit vielen Kindern Rasas vierten Geburtstag. Es war sehr schön aber auch ein bisschen wild. Nun ist wieder der Weihnachtstag und eine freudige Stimmung will sichbei mir nur schwerlich einstellen. Wieder hängt eine Schwere über mir, welche ich nur schwer beschreiben kann. Wenn ich mich umschaue, dann überkommt mich ein pessimistisches Gefühl. Weihnachten, wie wir es in unseren Breitengraden meistens feiern, habe ich satt.
In dunkelster Nacht wart der Heiland geboren. Die Dunkelheit steht für unser Vergessen, darüber, wer wir sind und wohin unserer Weg führt. Mit Jesus seiner Geburt kam Licht durch seine erhabenen Unterweisungen in die Welt. Evangelium bedeutet “frohe Botschaft”. Die Möglichkeit seine ewige Identität und seine Beziehung zum Höchsten zu erkennen und zu leben ist erleuchtend. Zudem war sein Auftreten von tiefstem Mitgefühl und von Barmherzigkeit geprägt. Der Großteil unserer Weihnachtstraditionen entspricht nicht dieser Stimmung. Wie kann ich mich freuen, wenn unserer Heiligabend mit so viel Leid von schutzlosen Lebewesen verbunden ist. Wenn mir Abends der Bauch platzt und andere hungern?
Gerade war ich mit meinem Schiegervater und meinen Kindern in einer schönen Theatervorführung. Danach haben wir eine Kirche besucht, mit einem schönen Krippenspiel und beeindruckenden Bildern an den Wänden. Der Kantor spielte die Orgel und sang allein dazu. In diesem Moment fühlte ich den Geist von Weihnachten. Freude sei überall, denn der Heiland ist geboren. Er strahlt hell in der Nacht und erleuchtet uns den Weg. Seine Bramherzigkeit kennt keine Grenzen, denn er schöpft aus der Macht seines und unseres Vaters. Friede werde auf Erden! Gleich sind wir alle vor unserem Herrn. Brahma der ersteingeborene Sohn Gottes beschrieb nach einer Offenbarung im Herzen die ewige Welt. Dort sei jeder Schritt ein Tanz und jedes Wort ein Lied. Herzen schmelzen, wenn Krishna seine Flöte spielt. Ohne diese Freude würde ich vor Kummer vergehen.
Ich wünsche uns allen ein erleuchtendes Weihnachtsfest des Mitgefühls. Ein bisschen Bibel lesen kann dabei nicht schaden. Ich werde heute noch aus dem Wassermannevangelium vorlesen, da mir dort der Geist, mit dem Jesus gewirkt hat, am deutlichsten entgegentritt.
Halleluja – Haribol
Vor zwei Jahren schrieb ich folgendes Gedicht, welches von Schwermut getragen wurde.
Weihnachtsmorgen
Weihnachtsmorgen
voll Kummer und Sorgen.
Das Fest des Lichts,
doch ich falle ins Nichts.
Blauer Himmel und die warme Luft, sollten mich freuen.
Doch es fühlt sich falsch an, kann diese Stimmung nicht zerstreuen.
Mein Herz, meine Brust ist mir bedrückt und eng, fühle große Leere,
Trauer, keine Luft zum Atmen und unendliche lähmende Schwere.
Tiefster bitterkalter Winter und milder Frühling in wenigen Tagen,
die Hoffnung verlässt mich, was noch kommt ist schwer zu ertragen.
Unsere Heimat, Mutter Erde ertrug uns lange in Demut und Geduld.
Für das ihr und anderen angetane Leid, liegt allein bei uns die Schuld.
Sie weint, weil wir ihr Geschenk missbrauchten, sie zerstörten und schändeten
und ihre Gaben letztendlich gegen sie und uns verwendeten.
Du Mensch gibst erst dann Ruh, wenn durch deine Hand,
alles Dir gegeben bis zur Asche verbrannt.
Wenn die Welt ein Flammenmeer und zerstört
und wie dein Inneres aussieht, weil du ihn dort nicht hörst.
Mutter Erde befreie Dich von unserem Joch und erstrahle erneut.
Hast uns lange genug liebevoll betreut.
Im Schmerz und Verlust erst wird es uns deutlich und klar,
dass nur Liebe wirklich ist, sein wird und war.
Deine Reinigung ist eine Notwendigkeit,
Bist dann wieder heil und von uns befreit.
Der heutige Morgen mit seiner Milde ist das Vorspiel,
und die Zeit zur Besinnung ist nicht mehr viel.
Der reinigende Sturm wird über uns kommen,
und seinen Boten habe ich heute vernommen.
Bin ich für diese große Prüfung bereit?
Ich weiß es nicht, doch liebe Erde es tut mir Leid.
