Wie jedes Jahr zu den Feiertagen habe ich ein wenig mehr Zeit zum Lesen. Die letzten zwei Tage lass ich verstärkt ein Buch von Jamling Tenzing Norgay mit dem Titel “Auf den Spuren meines Vaters”. Der Sohn von Tenzing Norgay nimmt an einer Expedition auf den Mount Everest teil und tritt damit das Erbe seines Vaters an, welchem vor mehr als fünfzig Jahren zusammen Edmund Hillary als erstes der Aufstieg auf den Gipfel gelang. Vor ein-zwei Jahren hatte ich das Buch von Hermann Buhl, welcher als erstes auf dem Nanga Parbat war, auch zur Weihnachtszeit gelesen. Da ich in letzter Zeit wieder verstärkt im Bhagavatam und im Wassermannevangelium lass, wollte sich am Anfang des Kletterbuches keine rechte Freude einstellen. Da mir das Buch aber wärmstens von einem Arbeitskollegen empfohlen wurde, ließ ich mich darauf ein. Jetzt am Ende des Buches, bereue ich dies nicht, da es wirklich sehr schöne Gedanken in sich birgt und einen buddhistischen Geist atmet. Der Autor hat beide Kulturkreise, den westlichen wie den östlichen erlebt und es ist interessant, was er dabei festgestellt hat. Seine Heimat liegt im östlichen. Es ist schön wie die buddhistischen Gedanken den vedischen, welche mir so am Herzen liegen, ähneln. Opferhandlungen werden immer zum Wohl anderer ausgeführt und die Motivation des Mitgefühls ist sehr stark. Auch gefällt mir, wie die Vergänglichkeit in dieser Welt und das Leid, was damit verbunden ist so deutlich benannt werden. Die Besonderheit einer menschlichen Geburt wird hervorgehoben und das Wechselspiel von Glück und Leid in unserem Leben wird nicht zu ernst genommen. In den letzten Wochen war ich zweimal in dem buddhistischen Zentrum in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Ich fühle mich dort sehr wohl und freue mich, wenn ich früh morgens beim Vorbeifahren den erleuchteten Buddha auf dem Altar sehen kann. Das ist doch ein schöner Start in den Tag. Buddha wird auch im Srimad Bhagavatam in Vorausschau als ermächtigte Inkarnation genannt. Was mir von den Gedanken des Autors auch besonders gefiel, war seine Vermutung, dass der “Instant-Glaube” im Westen, mit der Grundaussage, ich glaube an einen Gott und damit ist alles getan, seiner Anssicht zu wenig wäre. Sicherlich denken nicht alle so. Was er damit meint ist, dass im Buddhismus ein Weg augezeigt wird, der mit starker Bemühung verbunden ist mit einer zunehmenden Bewußtmachung von allem. Sich nur zu einem Glauben/Gott zu bekennen ohne die spirituelle Praxis reicht nicht aus.
Natürlich sind mir auch Unterschiede in der Betrachtung aufgefallen. Der Ansatz alle Opfer zum Wohle anderer auszuführen wird in der Bhagavad-gita weiter ausgeführt und verfeinert. Dort heißt es, dass alle Opfer Krishna/Gott dargebracht werden sollen, da man damit alle zufrieden stellt, weil alle von ihm abhängen und versorgt werden. Grundsätzlich fand ich es interssant, wie für Jamling Tenzing Norgay die Gipfelbesteigung zu einer Pilgerfahrt wurde und damit einen anderen Charakter annahm.
Abschließend möchte ich noch ein Bild anfügen, welches ich heute in einem Artikel gefunden habe und mir besonders gefällt. Es passt zum Thema Ausblick.
