Die großen Religionen weisen uns insbesondere auf die Allmacht Gottes hin. Zudem werden wir aufgefordert uns Gott zu ergeben und ihn zu lieben, wenn wir seine Existenz anerkannt haben. Dies finden wir z.B. in den zehn Geboten der Bibel. Für viele stellt diese Aufforderung schon eine große Hürde dar, da sie seine Existenz nicht anerkennen können. Für denjenigen, der sie nimmt, kommt die Frage auf, wie man ihn lieben kann, damit dieses große Wort Liebe nicht bedeutungslos bleibt. Es heißt auch in der Bibel, dass man seinen nächsten lieben soll. In einer Erläuterung zum Thema von Srila Prabhupada, einem großen Vertreter der Gaudia Vaisnava Tradition, gibt er uns einen bedeutenden Hinweis. Wenn man jemanden Lieben möchte, so muss man sich mit dieser Person auseinandersetzen, Informationen über sie sammeln und sie lieben lernen.
Im Grunde schlummert die reine Liebe zu Gott und seiner Schöpfung in uns und ist eine Qualität der Seele. Wenn man unser ursprünglichen Wesen, unsere Seele mit einem Glas Wasser vergleicht, so stellt ein Glas klares Wasser den Zustand dar, in dem wir uns völlig unserer ewigen Natur bewusst sind, alles in Beziehung zu Gott sehen und in unserem liebevollen Austausch zu ihm Glückseligkeit erfahren. Die Grundlage dafür ist bedingungslose Liebe. Wenn das Glas Wasser aber zunehmend verunreinigt wird, so wird das reine Bewusst in verschiedenen Graden bedeckt. Unser streben nach einer idealen Partnerschaft ist im Grunde wie ein Schatten der ursprünglichen Gottesliebe. Der Charakter dieser Gottesliebe, des Austausches zwischen uns und dem Höchsten, ist das große Thema im Sri Caitanya-Caritamrita, einem ca. fünfhundert Jahre alten Werk, aus der Hand von Krsnadasa Kaviraja Gosvami. Wenngleich uns viele religiöse Schriften einen Eindruck der Allmacht und der Größe Gottes geben, so wird nur wenig über ihn als Person ausgesagt. In der Bhagavad-Gita sagt Krishna, dass er mit einem Bruchteil seinerselbst das gesamt Universum durchdringt und erhält. Diese Aufgabe wird von seinen Energien ausgeführt. Die Lieblichkeit, welche er ihm Austausch mit den Jivas, seiner ewigen fragmentarischen Teilchen, den Seelen, also uns, ausstrahlt wird kaum besprochen. Krishna bedeutet „der Allanziehende“. Alles an ihm ist anziehend u.a. sein Erscheinungsbild, seine Sprache, sein Gesang, sein Flötenspiel, seine Handlungen und natürlich sein Austausch mit seinen Geweihten. Die Bhagavad-Gita, mit ihren siebenhundert Versen, endet u.a. damit, dass Krishna (Gott) uns auffordert sich im zu ergeben und sich völlig von ihm abhängig zu machen. Er sichert uns zu, uns in jeder Situation zu beschützen. Im Srimat-Bhagavatam, dem Meisterwerk mit seinen unglaublichen 18.000 Versen, wird uns Krishna durch das Beleuchten seiner verschiedenen Inkarnationen in diversen Zeitaltern nähergebracht. Wir haben darin die Möglichkeit Krishna als Person näher kennenzulernen. Im Caitanya-Caritamrta wird besonders aufgezeigt, wie wir Krishna ganz praktisch dienen können und welchen Wohlgeschmack wir in dieser Beziehung erfahren können. Darin wird das Leben von Sri Krsna Caitanya beschrieben. Sri Caitanya ist Krsna, welcher vor mehr als fünfhundert Jahren selber erschien, um uns u.a. zu zeigen, wie wir die Lehren der Bhagavad-gita praktisch leben können. Auch seine philosophischen Unterweisungen sind einzigartig und vollendet. Dieses Werk soll uns helfen wirkliche Liebe zu erfahren und zu leben.
Wenn ich mich selber mit diesen Klassikern beschäftige, dann überkommt mich immer eine Begeisterung. Unglaublich was ich lesen darf. Dann erkenne ich, wie wenig ich in die Natur dieser Liebe zu Krishna eingedrungen bin und wie viel noch auf mich wartet. Immer mehr wird mir bewusst, dass meine ganzen Lesebemühungen der vergangenen Jahre, meine ganze Sehnsucht in dem Geschenk dieser Werke gipfelt. Ich hoffe, dass mir der Geschmack für die kleinen zeitweiligen Freuden nach und nach abhanden geht und der Funke dieser einzigartigen Schriften auf mich überspringt. Es heißt man soll lernen, die Welt durch die Augen der Schriften zu sehen. Wenn Gott wirklich auf dem Thron unseres Herzens residiert, dann kann erst von wahrem Mitgefühl und von wahrer Liebe gesprochen werden, weil man nichts mehr getrennt von ihm sieht. Dann durchdringt uns göttliches Bewusstsein.

Was fuer ein wunderbarer Beitrag! Wirklich… Wenn ich die gennanten Schriften lese, fuehle ich mich aufgefordert und aufrichtig – denn sie erinnern mich an meine eigentlichen Ziele, an meinen eigenen Weg und bestaerken mich in der Faehigkeit zur Selbstreflektion. Sie bestaetigen oft mein Handeln und Denken und erinnern mich an tiefe Werte, die mir vielleicht gerade nicht bewusst sind. Solche Werke sind Gottes helfende Hand fuer alle, deren Ziel seinem Ziel gleicht oder fuer diejenigen, die dieses suchen… Ich danke dafuer!
Von: Jenny am Januar 17, 2012
um 7:42 am